Interview mit den Stars der Show

YU Wanqing
CHEN Dong

Sie sind die unbestrittenen die Stars bei SWAN LAKE: YU Wanqing und CHEN Dong. Als Schwanenprinzessin und Prinz nehmen sie im wahrsten Sinne des Wortes eine herausragende Stellung ein.    

Wie sind Sie zur Akrobatik, zum Ballett gekommen?
YU Wanqing: Seit ich denken kann, wollte ich Tänzerin werden. Mit 13 habe ich den „Tanz auf der Schulter“ das erste Mal gesehen. Seitdem träumte ich davon, das auch zu können. Als ich dann zur Guangdong Acrobatic Troupe und zu SWAN LAKE gekommen bin, übernahm ich zuerst den Part des Schwarzen Schwans. Nach fünf Jahren Training stehe ich heute als Weißer Schwan auf der Bühne.
CHEN Dong: Ich bin seit 1999 bei der Guangdong Acrobatic Troupe. Auch ich war nicht von Anfang an für die Rolle des Prinzen vorgesehen. Doch die Truppenleitung war der Meinung, dass ich der Richtige für diese Rolle bin. Das war der Anfang meiner Karriere als Akrobat und Ballett-Tänzer.  


Was ist Ihr persönlicher Lieblingspart bei SWAN LAKE?
 
YU Wanqing: Mir gefällt der 2. Akt ganz besonders. Dort begegnet die Schwanenprinzessin ihrem Prinzen das erste Mal und sie tanzen sofort unsterblich verliebt miteinander. Das ist sehr romantisch – wie ein Märchen. Und auch die Musik in diesem Akt liebe ich sehr. Vor allem das Violin- und Cello-Duett.
CHEN Dong: Mein Favorit ist der 1. Akt. Hier steht die Akrobatik im Vordergrund. Die Handlung ist einfach und die Stimmung ausgelassen. Das gefällt mir. 


Für SWAN LAKE wurden Akrobaten zu Ballett-Tänzern ausgebildet und Ballett-Tänzer zu Akrobaten. War die Arbeit an SWAN LAKE für die Akrobaten schwerer oder für die Ballett-Tänzer?
YU Wanqing: Das ist schwer zu sagen. Ohne Konzentration und Hingabe hat kein Künstler Erfolg – egal ob er ein Akrobat oder ein Tänzer ist.
Was ist das  Schwierigste, die größte Herausforderung an SWAN LAKE?
CHEN Dong: Die größte Herausforderung ist es, die Anmut und Poesie des Balletts mit den  akrobatischen Höchstleistungen in Einklang zu bringen.

Können Sie sich eine akrobatische Figur vorstellen, die noch schwieriger ist als der „Spitzentanz auf dem Kopf“?
YU Wanqing: Das ist eine wirklich extreme Nummer. Hier wird getestet, wie weit die Akrobatik überhaupt gehen kann. Aber sie verleitet auch dazu, über weitere Möglichkeiten in diesem Bereich nachzudenken.  
Wie halten Sie sich fit für diese körperlich extrem anstrengende Show?
YU and CHEN: Wir trainieren jeden Tag und passen ein wenig auf unser Gewicht auf. Das ist kein großes Problem.


Wie bereitet man sich mental auf solch eine Show vor?
YU and CHEN:
Wenn man so viele Shows wie bei dieser Tournee vor sich hat, ist einem schon ein wenig bange. Aber wir stellen uns auf jede Show mental so ein als würden wir das erste Mal auf einer Bühne stehen. So wird man nicht leichtsinnig und ist mit dem ganzen Herzen bei der Sache.
Was machen Sie gegen Lampenfieber? 
CHEN Dong: Im  Großen und Ganzen bin ich auf der Bühne ziemlich gelassen. Sollte ich doch einmal nervös sein, versuche ich mich auf den nächsten Schritt zu konzentrieren. 
YU Wanqing: Vor der Show ist mir immer ein wenig bange und ich habe auch Lampenfieber. Aber wenn ich dann auf der Bühne stehe, denke ich nur noch an meine Rolle und vergesse die Angst.


Sie beide arbeiten schon viele Jahre professionell zusammen – sind Sie sich in dieser Zeit auch menschlich näher gekommen?  
CHEN Dong: Wir haben fast sieben Jahre miteinander trainiert. Da gerät man schon mal aneinander. Aber wir sind gute Freunde und können über so ziemlich alles reden.
YU Wanqing: Dong ist zehn Jahre älter als ich. Für mich ist er wie ein großer Bruder.


Was mögen Sie an Wanqing am meisten?
CHEN Dong: Sie ist klug und wunderschön. Sie liebt ihre Arbeit und sie ist ein großartiger Mensch. 


Und was schätzen Sie an Dong am meisten?
YU Wanqing: Jeder sagt, dass er gut aussieht. Aber ich nehme das gar nicht wahr (lacht). Im Ernst, er ist weit mehr als ein Prinz auf der Bühne. Er ist ein liebenwerter und ehrlicher Mensch. Ich vertraue ihm voll und ganz.   

Und wie fühlt es sich an, jeden Tag von Ihrer Partnerin auf der Schulter “tätowiert” zu werden, also täglich blaue Flecken davon zu tragen?
CHEN Dong:
Das ist nicht weiter schlimm. Für mich sind diese mittlerweile völlig unempfindlichen Stellen wie sichtbare Erinnerungen an die Vergangenheit.

 
Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie im Ausland auf Tournee sind?
YU Wanqing: Vieles. Aber am meisten meine Freunde, meine Familie und meinen kleinen Hund.
CHEN Dong: Auch ich vermisse meine Familie und meine Freunde. Und natürlich meine Freundin. 


Und was, wenn Sie wieder zurück in China sind?
YU and CHEN: Die Begeisterung und den Applaus der Zuschauer. Für einen Künstler gibt es nichts Schöneres.

Vielen Dank für das freundliche und offene Gespräch!